19Jan,15

David Guetta “Listen” (What A Music / Parlophone)

Nie ein großer Guetta-Fan war ich nach der ersten offiziellen Single „Lovers on the Sun“ dennoch gespannt auf sein neuestes Album „Listen“. Erschienen ist sein mittlerweile sechstes Studioalbum bereits im November 2014, also hatte ich viel Zeit, mich ausgiebig damit zu beschäftigen. Der erste Song ist zugegebenermaßen ein Kracher, das ebenfalls bereits als Single ausgekoppelte „Dangerous“, ein nahezu perfekter Popsong, radio-, chart- und tanzflächentauglich. Leider sind nicht alle Songs auf dem Album von diesem Niveau.

Fangen wir mal mit den guten Songs an. Dazu gehören die Kollaborationen mit Showtek, allen voran das Reggae-inspirierte „No Money No Love“. Reggae- aber auch Rock-Einflüsse finden sich auf dem mitreißenden „Sun goes Down (feat. MAGIC! & Sonny Wilson)“. Zu den Highlights gehört auch die Kollaboration mit Nicki Minaj und Afrojack „Hey Mama“, die definitiv mehr nach Minaj als nach Guetta klingt. Auch „Yesterday“ gefällt mir, hauptsächlich wegen Bebe Rexhas Vocals. Das melancholische „I’ll Keep Loving You“ mit Vocals von Birdy & Jaymes Young funktioniert erstaunlich gut und bietet auch musikalisch eine wohltuende Abwechslung auf dem typischerweise dancefloor-orientierten Album.

Enttäuschend sind die Kollaborationen mit Sia. Da hatte ich mehr erwartet, zumal Sia doch kürzlich mit ihrem aktuellen Album ihre Stärke als Songwriterin erneut bewiesen hat. „Bang My Head“ ist höchstens Durchschnitt, „The Whisperer“ eine ziemlich schnarchige Ballade. Das halbballadesque „What I did for Love“ mit Emeli Sandé (ebenfalls eine Künstlerin, die ich sonst schätze) ist leider auch ziemlich dröge. Völlig nichtssagend sind „Lift me Up“ sowie der Titelsong „Listen“. John Legend, der zu letzterem die Vocals beisteuerte, gehört ebenfalls zu den Künstlern, denen ich etwas abgewinnen kann, aber dieser Song hat einfach nicht viel Wiedererkennungswert. Den Gipfel der Langweiligkeit und Uninspiriertheit bilden die Titel „S.T.O.P. (feat. Ryan Tedder)“ und „Goodbye Friend (feat. The Script)“, welches mich außerdem sehr stark an „When Love Takes Over“ erinnert, nur eben in schlecht…

Damit besteht das Album tatsächlich zur Hälfte aus guten, eingängigen Dancetracks, in gewohntem Guetta-Style, bei denen sich die Hände von ganz alleine in den Himmel strecken wollen und die Füße nicht mehr stillhalten können. Die andere Hälfte ist leider überflüssiger Schrott. Dafür enthält die Deluxe-Version noch drei sehr gute Tracks, die z. T. auch schon als Single erhältlich waren plus einen Remix von „Dangerous“. Da hätte man sich doch gewünscht, M. Guetta hätte einfach nur ein Album mit den guten Songs und den Bonustracks veröffentlicht. Aber wenn er die schlechten auf die Bonusdisc verbannt hätte, würde wahrscheinlich keiner die Deluxe-Fassung kaufen…

 

 

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