04Apr,15

Marina and the Diamonds “Froot” (Warner)

Nach ihrem erfrischenden Debüt “The Family Jewels” und dem extrem eingängigen Zweitling “Electra Heart” war die Messlatte für Marina Diamandis’, aka Marina and the Diamonds’ drittes Album schon sehr hoch gesteckt. Da jetzt noch richtig einen draufzupacken… sicher nicht einfach. Aber man kann’s doch wenigstens versuchen!

Leider hört sich “Froot” ganz und gar nicht danach an. Eher halbherzig und unausgegoren. No Hits, only Fillers. Traurig, aber ich finde auf dem ganzen Album keinen Song, den ich mir zweimal anhören will. Zumal ich beim Anhören des Albums große Schwierigkeiten hatte, wach zu bleiben. Beim vierten Lied, “Blue” habe ich kurz aufgehorcht. Na, das ist doch ganz nett, dachte ich. Zunächst. Denn schnell wurde mir klar, dass der Song auch nur im Kontext dieses Albums spannend erscheint. Für sich genommen, bzw. verglichen mit Songs besagter Vorgängeralben, ist er leider auch nur Mittelmaß. Der nächste Song, “Forget” fängt dann fast vielversprechend an… Wie er endet, weiß ich nicht mehr so genau, da bin ich wohl wieder weggenickt. Einen auffälligen Unterschied zwischen den Songs habe ich auch nicht wirklich feststellen können. Das fließt mehr oder weniger ineinander. D. h. “fließt” impliziert ja Bewegung, die ich auf dem Album nicht vernehmen kann. Auch die Tempi sind doch eher schleppend, von lahm bis katatonisch. Nicht dass etwas gegen eine gute Ballade einzuwenden wäre. Doch um als solche durchzugehen, fehlt es den Songs einfach an Emotionalität.

Ja, auf ihrem dritten Album schafft Marina tatsächlich das, was ihr bestimmt keiner zugetraut hat: langweilig zu sein! War das ihre Intention? Ist es das, was sie mit “Can’t Pin Me Down” meint? So nach dem Motto: Wenn ihr dachtet, ich könnte nur unterhalten… Nein, ich kann auch ganz anders! Ich erfinde gleich ein neues Genre: Snorecore! Ich hoffe, sie denkt auch bei der nächsten Tour daran, nur in bestuhlten Sälen aufzutreten. Ansonsten kippt das Publikum reihenweise um, weil ihnen die Füße eingeschlafen sind. Und der Rest wahrscheinlich auch.

Ich hoffe doch sehr, dass Marina auf ihrem nächsten Album zu alter Stärke zurückfindet – jetzt ist die Messlatte ja auch nicht mehr so hoch. Bis dahin bin ich bereit, dieses Desaster zu vergessen. Wir reden einfach nicht mehr drüber, solange sie nächstes Mal ihre eigenen Worte beherzigt: “You can do better than that” – So much better than that!

 

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