23Dez,14

My Brightest Diamond “This Is My Hand”

Mit “This Is My Hand” hat Shara Worden als My Brightest Diamond bereits ihr viertes Studioalbum vorgelegt – und ist hierzulande dennoch weitestgehend unbekannt. Mit der aktuellen Platte könnte sich dies vielleicht ein klein wenig ändern, ist diese doch das zugänglichste Werk der klassisch ausgebildeten Sängerin und Multi-Instrumentalistin. Wörter wie “poppig” und “tanzbar” drängen sich fast auf – allerdings nur im Vergleich zu MBDs vorherigen Alben.

Auch diesmal verbindet sie verschiedene Musikstile, neben Kammermusik und Rockelementen sind eben auch Einflüsse aus Pop und besonders elektronischer Musik zu hören. Der Opener “Pressure” mit Marching-Band-Intro, Sambarhythmen und Swing-Einsprengseln schreit förmlich nach dem ein oder anderen clubtauglichen Remix. Auch bei Songs wie dem treibenden “Before the Words”, “Lover Killer” mit Blechbläsern und Handclaps aber auch dem düsteren “I am not the Bad Guy” stechen die Dance- und Pop-Elemente deutlich hervor. Dennoch bleiben Shara Wordens Kompositionen insgesamt zu sperrig und verschroben, um es auf die Tanzflächen oder gar in die Charts zu schaffen. Trotz aller Pop-Anleihen ist das Album mit seinen ungewohnten Songstrukturen und vielen überraschenden Wendungen eher unter experimenteller Klangkunst einzuordnen.

Fazit: Wer hauptsächlich (Mainstream-) Radio hört – oder das, was in den Charts läuft, sollte tatsächlich die Finger von diesem Album lassen. Wessen musikalischer Horizont aber auch Platz lässt für Künstler wie Laurie Anderson, Björk, Thom Yorke, Amanda Palmer, Antony and the Johnsons und Dark Dark Dark, der könnte an My Brightest Diamond durchaus Gefallen finden. Erschienen ist das Album auf Sufjan Stevens Label Asthmatic Kitty Records.

 

 

 

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